
Wussten Sie, dass die Biokohle in Terra Preta Bokashi eine beeindruckende innere Oberfläche von 300-400 m² pro Gramm besitzt?
Diese enorme Oberfläche dient als perfektes Zuhause für Bodenbakterien und aktiviert dadurch den Boden auf natürliche Weise. Während Terra Preta für ihre humusreiche Struktur bekannt ist, bezeichnet Bokashi auf Japanisch einen Prozess, bei dem organische Abfälle durch Effektive Mikroorganismen (EM) milchsauer fermentiert werden. Tatsächlich ist der Bokashi-Prozess nach vier bis sechs Wochen abgeschlossen, wobei die fermentierten Küchenabfälle zu einer nährstoffreichen Erde werden.
Besonders interessant ist, dass Bokashi im Gegensatz zum herkömmlichen Kompostieren Unkrautsamen durch den niedrigen pH-Wert abtötet. Zudem beseitigt die Anwendung von Bokashi im Kompost Fäulnis und schafft ein optimales Milieu für nützliche Bodenlebewesen.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie wir diese beiden kraftvollen Methoden – Terra Preta und Bokashi – kombinieren können, um einen geschlossenen Nährstoffkreislauf in unserem Garten zu schaffen. Wir erklären Schritt für Schritt, wie Sie diese nachhaltige Gartenpraktik selbst umsetzen können.
Was ist Bokashi und wie funktioniert es?
Bokashi stammt ursprünglich aus Japan und bedeutet übersetzt so viel wie “fermentiertes Allerlei”. Im Kern handelt es sich dabei nicht um eine klassische Kompostierung, sondern um eine Methode zur Fermentation organischer Materialien unter Luftabschluss. Diese innovative Methode ermöglicht es, aus Küchenabfällen und anderen organischen Materialien in kurzer Zeit wertvolle Nährstoffe für den Garten zu gewinnen.
Milchsaure Fermentation erklärt
Bei der Bokashi-Methode spielen Effektive Mikroorganismen (EM) die Hauptrolle. Diese spezielle Mischung besteht aus Milchsäurebakterien, Hefen und Photosynthesebakterien. Der Prozess ähnelt dabei stark der Herstellung von Sauerkraut. Die Mikroorganismen arbeiten unter Luftabschluss und senken den pH-Wert im Bokashi-Eimer so weit ab, dass Fäulniserreger keine Chance haben.
Der entscheidende Unterschied zur normalen Kompostierung: Bokashi benötigt keinen Sauerstoff – im Gegenteil, Sauerstoff wäre sogar hinderlich für den Fermentationsprozess. Die Milchsäurebakterien zersetzen bei der Fermentation die Zellwände des organischen Materials. Dadurch entsteht nicht nur festes Bokashi, sondern auch ein nährstoffreicher Sickersaft, der verdünnt als hochwertiger Flüssigdünger verwendet werden kann.
Während des Fermentationsprozesses entstehen zudem wertvolle Vitalstoffe wie Antioxidantien, Enzyme und Vitamine. Nach etwa zwei bis drei Wochen bei optimalen Temperaturen von 25-30 °C ist der Bokashi-Prozess abgeschlossen.
Unterschied zu klassischem Kompost
Im Vergleich zur herkömmlichen Kompostierung gibt es einige wesentliche Unterschiede. Während beim klassischen Kompost eine aerobe Verrottung mit Sauerstoffzufuhr stattfindet, ist Bokashi ein anaerober Prozess unter Luftabschluss. Bei der traditionellen Kompostierung entstehen teilweise hohe Temperaturen, wodurch wärmeempfindliche Nährstoffe verloren gehen können. Beim Bokashi hingegen findet die Reifung bei niedrigen Temperaturen statt, wodurch mehr Nährstoffe erhalten bleiben.
Ein weiterer markanter Unterschied liegt in der Zeitdauer. Während klassisches Kompostieren mehrere Monate in Anspruch nehmen kann, ist der Bokashi-Prozess nach nur zwei bis drei Wochen abgeschlossen. Auch optisch unterscheiden sich die Endprodukte: Im Gegensatz zum humusartigen Kompost behält Bokashi weitgehend das ursprüngliche Aussehen der organischen Abfälle bei.
Zudem ist das regelmässige Wenden beim Bokashi nicht notwendig. Der Fermentierungsprozess beeinträchtigt ausserdem die Keimfähigkeit von Samen, was beim Einsatz im Garten von Vorteil sein kann.
Vorteile für kleine Gärten und Balkone
Bokashi bietet besonders für Hobbygärtner mit wenig Platz beachtliche Vorteile. Der Bokashi-Eimer kann problemlos in der Küche oder auf dem Balkon aufgestellt werden, da bei richtiger Anwendung kaum unangenehme Gerüche entstehen – der Geruch erinnert eher an Sauerkraut als an Kompost.
Weitere Vorteile sind:
- Platzsparend: Ein spezieller Eimer genügt für die Fermentation
- Geruchsarm: Die anaerobe Fermentation produziert bei richtiger Anwendung kaum unangenehme Gerüche
- Ganzjährig möglich: Der Prozess ist unabhängig von Aussentemperaturen
- Nährstoffreich: Das Endprodukt enthält in der Regel mehr Nährstoffe als klassischer Kompost
Mit dem Bokashi-Verfahren lassen sich nahezu alle organischen Küchenabfälle verwerten. Am besten eignen sich zerkleinerte Obst- und Gemüseschalen oder Kaffeesatz. Besonders praktisch: Der entstehende Sickersaft kann bereits nach wenigen Tagen als Flüssigdünger genutzt werden, während das feste Bokashi nach Abschluss der Fermentation zu einem wertvollen Bodenverbesserer wird.
Für eine dauerhafte Nutzung empfehlen Experten die Anschaffung von zwei Bokashi-Eimern. So kann der Inhalt im ersten Eimer in Ruhe fermentieren, während der zweite Eimer bereits allmählich gefüllt werden kann. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Kreislauf von der Küche in den Garten.
Was ist Terra Preta und warum ist sie besonders?
Die Entdeckung der Terra Preta gilt als eine der spannendsten Erkenntnisse der Bodenforschung. Ursprünglich in den 1960er-Jahren im Amazonasgebiet gefunden, überraschte diese tiefschwarze, äusserst fruchtbare Erde die Wissenschaftler, da tropische Böden normalerweise hell, rötlich und nährstoffarm sind.
Herkunft und Geschichte
Terra Preta (portugiesisch für „schwarze Erde”) wurde erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Amazonasbecken entdeckt und beschrieben. Die bis zu zwei Meter tiefen humusreichen Bodenschichten faszinierten Forscher, weil ihre Entstehung nicht auf natürliche Prozesse zurückzuführen war. Besonders bemerkenswert: Trotz des feucht-warmen Klimas, das normalerweise nur dünne und kurzlebige Humusschichten ermöglicht, blieb diese Erde über Jahrhunderte fruchtbar.
Archäologische Funde belegen, dass indigene Völker diese Böden vor etwa 7.000 Jahren erschaffen haben. In den schwarzen Erdschichten fanden Forscher Tonscherben, Holzkohlereste, Fischgräten, Tierknochen und andere organische Abfälle. Diese Entdeckung widerlegte die Annahme, dass im Amazonasgebiet aufgrund schlechter Böden nur wenige Menschen leben konnten. Tatsächlich beherbergten diese Regionen einst 5 bis 25 Millionen Menschen in grossen Siedlungen entlang des Amazonas und seiner Nebenflüsse.
Interessanterweise verwendeten die Ureinwohner die Terra Preta nicht nur zur Abfallentsorgung, sondern entwickelten gleichzeitig ein nachhaltiges System zur Bodenverbesserung. Dadurch konnten sie ihre Abfälle sinnvoll nutzen und gleichzeitig die Wasserqualität schützen – zwei lebenswichtige Aspekte im Amazonas-Klima.
Eigenschaften der Schwarzerde
Was macht Terra Preta aussergewöhnlich? Zunächst ihre beeindruckende Nährstoffspeicherfähigkeit: Sie kann bis zu 17 t/ha Stickstoff und 13 t/ha Phosphor binden – das ist doppelt so viel Stickstoff bzw. viermal so viel Phosphor wie in umliegenden Böden. Darüber hinaus enthält sie durchschnittlich 250 t/ha organischen Kohlenstoff und 50 t/ha Pflanzenkohle – etwa dreimal bzw. siebzigmal mehr als vergleichbare tropische Böden.
Ein weiteres faszinierendes Merkmal ist ihre Selbstregeneration. Wird Terra-Preta-Boden teilweise abgetragen, erreicht er ohne menschliches Zutun nach mehreren Jahren wieder seine ursprüngliche Mächtigkeit. Der hohe Humusgehalt von mindestens 15 Prozent trägt wesentlich zu dieser einzigartigen Eigenschaft bei.
Im Vergleich zu herkömmlichen Böden benötigt Terra Preta weniger Wasser und zeigt eine geringere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. Für Gärtner besonders relevant: Die schwarze Erde funktioniert ohne zusätzlichen Dünger und ermöglicht selbst auf sandigen Böden eine bessere Wasser- und Nährstoffspeicherung.
Rolle der Pflanzenkohle
Pflanzenkohle ist das Herzstück der Terra Preta und entsteht durch Pyrolyse – einem Verfahren, bei dem pflanzliche Reste unter Luftabschluss und hohem Druck verkohlt werden. Dieser Prozess unterscheidet sich grundlegend vom normalen Verbrennen: Während bei der Verbrennung der Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt wird, bleibt er in der Pflanzenkohle langfristig gebunden.
Die Pflanzenkohle wirkt im Boden wie ein mikroskopischer Schwamm mit einer enormen inneren Oberfläche. In diesen porösen Strukturen können sich nicht nur Wasser und Nährstoffe einlagern, sondern auch Bodenorganismen ansiedeln. Nach ihrer Aufladung mit Nährstoffen und Feuchtigkeit kann Pflanzenkohle ein Vielfaches ihres Eigengewichts speichern und bietet damit ideale Lebensbedingungen für Bodenmikroben.
Allerdings sollte Pflanzenkohle niemals “frisch”, sondern nur “aktiviert” ausgebracht werden – also mit organischen Nährstoffen angereichert und mit Mikroorganismen belebt. Unbehandelt würde sie anfangs sogar Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Daher ist die Kombination mit Bokashi besonders sinnvoll: Die bereits durch Fermentation aktivierten organischen Materialien können die Pflanzenkohle direkt mit Nährstoffen und Mikroorganismen versorgen.
Ein weiterer positiver Aspekt: Pflanzenkohle verbleibt etwa 2.000 Jahre im Boden und trägt damit nicht nur zur Bodenverbesserung bei, sondern auch zur langfristigen CO₂-Speicherung. Dies macht Terra Preta zu einem interessanten Ansatz für nachhaltigen Klimaschutz.
Bokashi selbst herstellen: Schritt für Schritt
Die Herstellung von Bokashi in den eigenen vier Wänden ist überraschend einfach und erfordert nur wenige Materialien. Mit einem Bokashi-System können Sie Ihre Küchenabfälle direkt in der Küche verwerten – ohne unangenehme Gerüche und ohne Schmutz.
Benötigte Materialien und Eimer
Für die Bokashi-Herstellung benötigen Sie grundsätzlich:
- Einen oder besser zwei Bokashi-Eimer (15-19 Liter)
- Effektive Mikroorganismen (EM) als Lösung oder Flocken
- Eine Sprühflasche (bei Verwendung flüssiger EM)
- Eine mit Sand gefüllte Plastiktüte
- Einen schattigen Platz in der Küche
Fertige Bokashi-Eimer sind mit Siebeinsatz und Ablaufhahn für den Sickersaft ausgestattet und im Handel erhältlich. Die Verwendung von zwei Eimern ist besonders praktisch: Während der volle Eimer fermentiert, können Sie bereits den zweiten befüllen.
Falls Sie Ihren Eimer selbst bauen möchten, benötigen Sie:
- Zwei gleichgrosse, ineinander steckbare Plastikeimer mit luftdichtem Deckel (5-20 Liter)
- Einen Auslasshahn (z.B. von einer Bag-in-Box Apfelsaftpackung)
- Werkzeug zum Bohren von Löchern
- Dichtungsmaterial
Der selbstgebaute Eimer funktioniert nach folgendem Prinzip: Der innere Eimer mit Löchern im Boden dient als Sieb, während sich im äusseren Eimer mit Hahn der Sickersaft sammelt.
Befüllung und Fermentierung
Nachdem Sie Ihren Bokashi-Eimer vorbereitet haben, beginnt der eigentliche Fermentationsprozess:
- Eimer vorbereiten: Das Sieb gehört vor der Befüllung in den Eimer, um ein Aufweichen des Bokashi zu verhindern.
- Küchenabfälle sammeln: Es ist sinnvoll, die organischen Abfälle zwei bis drei Tage zu sammeln, bevor Sie sie in den Eimer geben. Dadurch müssen Sie den Eimer seltener öffnen und beugen einer unerwünschten Sauerstoffzufuhr vor.
- Abfälle zerkleinern: Je feiner die Reste sind, umso weniger Luftlücken entstehen und desto schneller verläuft die Fermentation. Ein Kohlstrunk sollte beispielsweise kleingeschnitten werden.
- Schichtweise befüllen: Geben Sie eine etwa 3-4 cm dicke Schicht zerkleinerter Abfälle in den Eimer.
- EM auftragen: Besprühen Sie die Abfallschicht mit Effektiven Mikroorganismen oder verteilen Sie EM-Flocken gleichmässig auf der Oberfläche. Zusätzlich können Sie auch Gesteinsmehl und Pflanzenkohle hinzufügen.
- Verdichten: Drücken Sie die Masse fest zusammen, um möglichst viel Luft zu entfernen. Dieser Schritt ist entscheidend, da die Fermentation ein anaerober Prozess ist.
- Abdecken: Legen Sie eine mit Sand gefüllte Plastiktüte auf die Oberfläche, um den Hohlraum zu füllen und zusätzlichen Druck auszuüben. Verschliessen Sie den Eimer anschliessend luftdicht.
- Wiederholen: Fügen Sie schrittweise weitere Schichten hinzu, bis der Eimer voll ist.
- Ruhen lassen: Der volle Bokashi-Eimer muss mindestens zwei Wochen bei Zimmertemperatur an einem schattigen Ort stehen, um die Fermentation abzuschliessen.
Sickersaft nutzen
Während der Fermentation entsteht durch das “Anknabbern” der Zellwände der Mikroorganismen Flüssigkeit, die als Bokashi-Saft bezeichnet wird. Dieser Saft muss regelmässig abgelassen werden:
- Zapfhäufigkeit: Alle zwei bis drei Tage sollten Sie den Saft über den Auslaufhahn ablassen.
- Nährstoffreicher Dünger: Der Bokashi-Saft ist ein wertvoller Flüssigdünger, muss jedoch aufgrund seines niedrigen pH-Werts (durchschnittlich 3,92) verdünnt werden.
- Verdünnungsverhältnisse:
- Für Neupflanzungen: 10-30 ml auf 10 Liter Wasser
- Für Gemüse, Stauden oder Balkonblumen: 30-50 ml auf 10 Liter Wasser
- Für reife Pflanzen ab Juli/August: 50-70 ml auf 10 Liter Wasser
- Für dickblättrige Pflanzen: 50-70 ml auf 10 Liter Wasser
- Alternative Verwendung: Unverdünnt eignet sich der Saft hervorragend als natürlicher Abflussreiniger. Einfach am Abend in den Abfluss giessen und einwirken lassen.
- Lagerung: Der Bokashi-Saft oxidiert schnell an der Luft. Wenn Sie ihn nicht sofort verwenden können, füllen Sie ihn luftdicht in Schraubgläser bis zum Rand. So bleibt er einige Monate haltbar, verliert jedoch nach 5-6 Monaten an Qualität.
Besonders kränkelnde Pflanzen profitieren durch den Bokashi-Saft. Regelmässig gegossen, entwickeln sich Pflanzen vitaler, kompakter und blühen üppiger.
Bokashi vererden: So wird es zu Erde
Nach der Fermentation im Bokashi-Eimer ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Der fermentierte Inhalt des Eimers muss nun zu fruchtbarer Erde werden – ein Vorgang, der als Vererdung bekannt ist. Dieser Schritt verwandelt das fermentierte Material vollständig in nährstoffreichen Humus für den Garten.

Warum Vererdung notwendig ist
Der fermentierte Bokashi-Inhalt kann nicht direkt als Dünger verwendet werden. Nach der zweiwöchigen Fermentationsphase ist das Material zwar vorkompostiert, jedoch noch stark sauer mit einem pH-Wert von etwa 3-4. Dieser niedrige pH-Wert macht den direkten Kontakt mit Pflanzenwurzeln problematisch, da die meisten Gartenpflanzen ein saureres Milieu nicht vertragen. Darüber hinaus sieht fertiger Bokashi nicht wie Kompost aus – er ähnelt eher Sauerkraut, riecht säuerlich (wie Apfelessig) und wirkt leicht glasig.
Die Vererdung hat daher zwei Hauptziele: Erstens die Neutralisierung des pH-Wertes und zweitens die vollständige Zersetzung der organischen Materialien. Während dieses Prozesses arbeiten die Effektiven Mikroorganismen mit den natürlichen Bodenlebewesen zusammen, um das Material in wertvollen Humus umzuwandeln. Anders als beim traditionellen Kompostieren, wo bereits Humus entsteht, produziert der Bokashi-Prozess zunächst nur eine Vorkompostmasse, die man auch als fermentierten Kuchen bezeichnet.
Geeignete Orte und Methoden
Je nach Jahreszeit und verfügbarem Platz gibt es verschiedene Möglichkeiten, Bokashi zu vererden:
- Direkt im Gartenbeet:
- Graben Sie ein 25-30 cm tiefes Loch oder ziehen Sie Furchen von 10-15 cm Tiefe
- Geben Sie das Bokashi-Material hinein und bedecken Sie es vollständig mit Erde
- Der Abstand zu Pflanzenwurzeln sollte mindestens 20 cm betragen
- Im Komposthaufen:
- Vergraben Sie das Bokashi-Material im Kompost und bedecken Sie es mit anderem Biomaterial
- Die enthaltenen Effektiven Mikroorganismen beschleunigen den gesamten Kompostierungsprozess
- Besonders nützlich in den Wintermonaten, wenn der Kompost normalerweise ruht
- In einer Bokashi-Soil-Factory:
- Mischen Sie Bokashi mit Gartenerde im Verhältnis 1:1 bis 1:2 in einem grossen Behälter
- Diese Methode eignet sich hervorragend bei begrenztem Gartenplatz oder für Balkongärtner
- Nach der Vererdung entsteht hochwertige Pflanzerde für Topfpflanzen
- Im Pflanztopf:
- Füllen Sie einen Blumentopf schichtweise mit Erde und Bokashi
- Stellen Sie den Topf kopfüber direkt aufs Beet
- Das Material vererdet an dieser Stelle und gibt punktuell Nährstoffe ab
Für die Wintermonate gibt es zusätzliche Lagerungsmöglichkeiten, wenn die sofortige Vererdung nicht optimal ist:
- Lagerung in luftdicht verschlossenen Plastiksäcken oder Eimern an einem kühlen, dunklen Ort
- Aufbewahrung in einer geschlossenen Komposttonne, mit Erde oder Gartenkompost bedeckt zum Schutz vor Frost
Dauer und Beobachtung
Die Vererdungsdauer hängt stark von den Umgebungsbedingungen ab. Im Hochsommer kann der Prozess bereits nach drei bis vier Wochen abgeschlossen sein, während es im Frühling sechs bis acht Wochen dauern kann. Niedrigere Temperaturen verlangsamen die Zersetzung erheblich. Nach etwa zwei Monaten ist die Bokashi-Masse unter optimalen Bedingungen fast vollständig in der Gartenerde zersetzt.
Während der Vererdung sollte der Boden nicht vollständig austrocknen. Bei regenarmen Perioden empfiehlt sich regelmässiges Giessen, idealerweise mit einer verdünnten EM-Lösung. Diese unterstützt die Mikroorganismen bei ihrer Arbeit und beschleunigt den Prozess.
Die Vererdung ist abgeschlossen, wenn beim Umgraben keine Essenreste mehr als solche erkennbar sind. Nach dieser Zeit werden möglicherweise nur noch kleinere Knochen oder Eierschalen sichtbar sein. Warten Sie nach dem Einbringen des Bokashi-Materials mindestens 10 Tage, bevor Sie an derselben Stelle pflanzen. Diese Zeit benötigen die Effektiven Mikroorganismen und Bodenbakterien, um den pH-Wert auf ein pflanzenfreundliches Mass zu regulieren.
Nach erfolgreicher Vererdung haben Sie eine äusserst nährstoffreiche Erde gewonnen, die perfekt für Ihre Gartenpflanzen geeignet ist. Im nächsten Schritt können wir diese Bokashi-Erde mit den Vorteilen von Terra Preta kombinieren, um ein noch wertvolleres Substrat zu erhalten.
Terra Preta mit Bokashi herstellen
Die Kombination von Bokashi und Pflanzenkohle zur Herstellung von Terra Preta stellt einen besonders wirksamen Ansatz für nachhaltige Gartenpraxis dar. Während wir in den vorherigen Abschnitten die einzelnen Komponenten kennengelernt haben, widmen wir uns nun dem praktischen Zusammenspiel dieser beiden kraftvollen Methoden.
Kombination mit Pflanzenkohle
Für die Herstellung von Terra Preta bildet Pflanzenkohle das zentrale Element. Die vielporige Struktur der Kohle bietet einen idealen Lebensraum für Mikroorganismen und fungiert als langfristiger Nährstoffspeicher im Boden. Bei der Kombination mit Bokashi sollten folgende Grundsätze beachtet werden:
Der optimale Anteil an Pflanzenkohle im Bokashi-Material beträgt 5-10% des Gesamtvolumens. Diese Menge ist ausreichend, um die Nährstoffe effektiv zu speichern, ohne das Gleichgewicht des Fermentationsprozesses zu stören. Während des Bokashi-Prozesses wird die Pflanzenkohle schichtweise zum organischen Material hinzugegeben.
Es gibt verschiedene praktische Ansätze für die Kombination:
- Direkt im Bokashi-Eimer: Bei jeder Schicht organischer Abfälle wird eine dünne Schicht Pflanzenkohle hinzugefügt. Das fertige Bokashi-Pflanzenkohle-Gemisch wird anschliessend zur Vererdung in den Boden eingearbeitet.
- Im Fermentationsbehälter: Für grössere Mengen kann ein mit Folie ausgekleideter Kompostbehälter verwendet werden. Der Boden bleibt offen, während ein schwimmender Deckel das Fermentationsgut von oben abschliesst.
Besonders vorteilhaft ist diese Kombination, wenn Biomasse über den Winter gesammelt und im Frühjahr kompostiert wird. Der Zusatz von Pflanzenkohle speichert dabei die Nährstoffe und steigert die Qualität des zukünftigen Kompostes.
Aufladung mit Mikroorganismen
Unbehandelte Pflanzenkohle sollte niemals direkt in den Boden eingebracht werden, da sie zunächst Nährstoffe aus dem Boden ziehen würde. Daher ist die “Aufladung” der Kohle ein entscheidender Schritt:
Bei der Bokashi-Fermentation wird die Pflanzenkohle auf natürliche Weise mit Nährstoffen angereichert und gleichzeitig mit Mikroorganismen besiedelt. Die enorme innere Oberfläche der Biokohle (300–400 m²/g) dient dabei als perfekter Lebensraum für die Bodenbakterien. Zum Shop geh es hier lang https://www.em-schweiz.ch/terra-preta-bokashi
Während der Fermentation mit Effektiven Mikroorganismen entstehen wertvolle Antioxidantien und Enzyme, die in der Kohlestruktur gebunden werden und vor Auswaschung geschützt sind. Dieser Prozess führt zu einer biologischen Aktivierung der Pflanzenkohle, wodurch sie ihre volle Wirksamkeit im Boden entfalten kann.
Für die Aktivierung der Pflanzenkohle mit Mikroorganismen gibt es verschiedene Methoden:
- Mit EM-Aktiv: Die Pflanzenkohle wird mit einer Lösung aus Effektiven Mikroorganismen (5-10 L/m³) besprüht und unter Luftabschluss fermentiert.
- Mit fermentierten Materialien: Bereits fermentiertes Bokashi-Material kann zur Aufladung der Kohle verwendet werden.
- In der Kompost-Miete: Die Kohle wird in den Kompost eingebracht, wo sie natürlich mit Mikroorganismen besiedelt wird.
Eine mit Effektiven Mikroorganismen voraktivierte Pflanzenkohle puffert Nährstoffe schneller und effektiver und kann diese besser an Pflanzen und den Boden abgeben.
Optimales C/N-Verhältnis
Für die erfolgreiche Herstellung von Terra Preta ist das richtige Verhältnis von Kohlenstoff (C) zu Stickstoff (N) von entscheidender Bedeutung. Dieses Verhältnis beeinflusst massgeblich die mikrobielle Aktivität und somit die Qualität des Endprodukts.
Um eine optimale mikrobielle Vielfalt zu erzielen, sollten organische Materialien mit unterschiedlichem C/N-Verhältnis kombiniert werden. Pflanzenkohle selbst enthält je nach Ausgangsmaterial zwischen 25% und 90% Kohlenstoff, wobei zertifizierte Pflanzenkohle einen Mindestanteil von 50% Kohlenstoff aufweisen muss.
Für die erfolgreiche Milchsäurefermentation im Bokashi-Prozess ist zudem eine ausreichende Menge frischer Biomasse mit hohem Fruchtzuckeranteil (Glukose) erforderlich. Diese dient als Energiequelle für die Mikroorganismen.
Nach der Fermentation kann das Terra-Preta-Bokashi vielseitig eingesetzt werden:
- Bodenverbesserung: 0,5-1 kg pro m² und Jahr, verteilt auf zwei Gaben
- Kompostierungsmittel: 5-10 kg pro m³ Kompost
- Für Topfpflanzen: 5% zur Pflanzerde mischen
- Bei Obstbäumen und Sträuchern: 2-3 Handvoll je Pflanzloch
Besonders bemerkenswert ist, dass die Biokohle im Terra-Preta-Bokashi nicht im Boden verrottet, sondern dem nachhaltigen Humusaufbau dient. Humusreiche Böden sind nicht nur ertragreicher, sondern speichern die Feuchtigkeit besser. Damit ist Terra-Preta-Bokashi nicht nur ein Nährstofflieferant, sondern gleichzeitig ein natürlicher Bodenaktivator.
Durch die Kombination von Bokashi und Pflanzenkohle schaffen wir einen geschlossenen Nährstoffkreislauf, der nicht nur unsere Gartenabfälle sinnvoll verwertet, sondern gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum langfristigen Bodenleben und zur Kohlenstoffspeicherung leistet.
Anwendung im Garten: Gemüse, Beete, Rasen
Die fertige Terra-Preta-Bokashi-Mischung entfaltet ihre volle Kraft erst durch richtige Anwendung im Garten. Dabei spielt nicht nur die korrekte Dosierung, sondern ebenso der optimale Zeitpunkt der Ausbringung eine entscheidende Rolle für den Gartenerfolg.
Dosierung nach Pflanzenart
Bei der Verwendung von Terra Preta Bokashi gilt das Prinzip: Die Nährstoffbedürfnisse der Pflanzen bestimmen die Menge. Starkzehrer wie Tomaten oder Kartoffeln benötigen etwa 1 Kilogramm Bokashi pro Quadratmeter oder 250 Gramm pro Pflanze. Bei Zierpflanzen und Schwachzehrern hingegen reicht ein Eimer-Inhalt (16 Liter) für rund 30 Quadratmeter, während dieselbe Menge bei Starkzehrern nur für etwa 10 Quadratmeter ausreicht.
Für verschiedene Anwendungsbereiche gelten folgende Richtwerte:
- Gemüsebeete, Erdbeeren, Blumen und Rosen: 0,5-1 kg pro m²
- Beerensträucher und Obstbäume: 2-3 Handvoll je Pflanzloch
- Rasen: 0,5 kg pro m²
- Kompostverbesserung: 5-10 kg pro m³ Kompost
Besonders bei Tomaten hat sich eine Methode bewährt: Im unteren Drittel der Pflanzkübel wird Bokashi mit Gartenerde gemischt und darüber Pflanzerde aufgefüllt. Hierdurch entsteht über die Saison hinweg ein kontinuierliches Nährstoffdepot.
Der aus dem Bokashi-Eimer gewonnene Sickersaft stellt ebenfalls einen wertvollen Flüssigdünger dar, muss jedoch vor Verwendung verdünnt werden. Je nach Pflanzenbedarf empfiehlt sich eine Verdünnung im Verhältnis von 1:20 bis 1:200 mit Wasser. Grundsätzlich gilt: Je jünger die Pflanzen, desto höher ihr Nährstoffbedarf. Für wöchentliche oder seltenere Bewässerung wird ein Verhältnis von 1:100 empfohlen, bei häufigerer Bewässerung 1:200.

Zeitpunkt der Ausbringung
Der ideale Zeitpunkt für die Ausbringung von Terra Preta Bokashi hängt von verschiedenen Faktoren ab. Im Gemüsegarten erfolgt die Anwendung vorzugsweise im Frühjahr, etwa zwei Wochen vor der Bepflanzung, oder alternativ im Spätherbst. Dadurch erhält der Boden genügend Zeit, sich mit den Mikroorganismen anzureichern.
Bei bereits bepflanzten Beeten kann das fermentierte Material schaufelweise oder in einer Furche mit etwas Abstand zur Pflanzreihe als Nährstoffdepot eingearbeitet werden. Wichtig hierbei: Nach dem Einbringen des Bokashi sollten mindestens 10 Tage vergehen, bevor an derselben Stelle gepflanzt wird, damit sich der pH-Wert neutralisieren kann.
Für die Terra-Preta-Herstellung lassen sich drei günstige Zeiträume identifizieren:
- Frühjahrsanwendung: Herstellung März bis April, Ausbringen im Mai
- Sommeranwendung: Herstellung Mai bis Juli, Ausbringen August bis September
- Herbstanwendung: Herstellung August bis Oktober, Ausbringen September bis November
Besonders vorteilhaft ist die Herbstanwendung, da das Material dann über den Winter im Boden nachreifen kann und die Beete optimal auf die nächste Saison vorbereitet werden.
Tipps für Topfpflanzen und Balkon
Balkon- und Kübelpflanzen profitieren besonders von Terra Preta Bokashi, da sie in ihrem begrenzten Erdvolumen auf effiziente Nährstoffversorgung angewiesen sind. Für Topfpflanzen empfiehlt sich eine Beimischung von etwa 5% Terra Preta Bokashi zur Pflanzerde. Alternativ kann eine etwa 5 cm dicke Schicht in die Topfmitte eingebracht werden.
Die Kombination aus Küchenbokashi und Schafwolle erweist sich für Kübelpflanzen als ideal. Die schnell verfügbaren Nährstoffe aus dem Bokashi werden durch die langsam freigesetzten Nährstoffe der Schafwolle ergänzt, was über die gesamte Saison optimale Versorgung gewährleistet.
Bei Hochbeeten hat sich die grossflächige Einarbeitung von Bokashi-Terra-Preta mit anschliessender Auffüllung mit Humusboden bewährt. Für die kontinuierliche Nährstoffversorgung kann der Bokashi-Saft wöchentlich als verdünnter Flüssigdünger (50 ml auf 10 Liter Wasser) verwendet werden.
Besonders wichtig: Die Bokashi-Saft-Verdünnung sollte stets auf befeuchtete Erde gegossen werden, um Wurzelverbrennungen zu vermeiden. Ausserdem sollten kränkelnde Pflanzen regelmässig mit verdünntem Bokashi-Saft gegossen werden – sie entwickeln sich dadurch vitaler und kompakter.
Kreislaufwirtschaft im Garten leben
Die Kombination von Bokashi und Terra Preta ermöglicht ein nachhaltiges Kreislaufdenken im eigenen Garten. Durch diesen Ansatz werden Ressourcen optimal genutzt und gleichzeitig die Bodengesundheit langfristig verbessert.
Abfallvermeidung durch Bokashi
Bokashi ist eine hervorragende Methode, unterschiedlichste organische Küchenabfälle durch Fermentation in wertvollen, fermentierten Kompost umzuwandeln. Während klassische Kompostierung oft auf bestimmte Materialien beschränkt ist, können im Bokashi-Eimer zusätzlich gekochte und gewürzte Speisereste, kleinere Mengen Fleischabfälle und Reste von Milchprodukten verwertet werden. Diese sollten jedoch nur einen geringen Anteil der Gesamtmenge ausmachen.
Im Gegensatz zur gewöhnlichen Biotonne entwickelt der Abfall im Bokashi-Eimer keinen unangenehmen Geruch – er erinnert eher an Sauerkraut. Durch das effiziente Abfallmanagement können grosse Mengen organischer Abfälle in kurzer Zeit verarbeitet werden. Überdies reduziert sich dadurch die Menge an Bioabfall, die anderweitig entsorgt werden müsste.
Nährstoffkreislauf schliessen
“Die Natur kennt keine Abfälle” – dieser Grundsatz wird bei der Kombination von Bokashi und Terra Preta praktisch umgesetzt. Der Kreislauf des Lebens wird kleinräumig geschlossen: Organische Materialien werden fermentiert, mit Pflanzenkohle angereichert und wieder dem Boden zugeführt. Dadurch bleiben wertvolle Nährstoffe im Garten und müssen nicht durch zusätzliche Düngemittel ersetzt werden.
Der fertige Bokashi und der Bokashi-Saft sind sehr nährstoffreiche natürliche Pflanzendünger und ersetzen industriell hergestellte Düngemittel. Zudem verbessert Terra Preta Bokashi die Wasserhaltefähigkeit des Bodens erheblich. Dies führt besonders in trockenen Perioden zu einem geringeren Bewässerungsbedarf.
Durch diesen geschlossenen Kreislauf können Gärtner nicht nur ihre Bodenqualität verbessern, sondern auch Kosten für Düngemittel einsparen und umweltfreundlicher wirtschaften.
Beitrag zum Humusaufbau
Die Fermentation organischen Materials mit Hilfe von effektiven Mikroorganismen beschleunigt den Humusaufbau enorm. Die im Bokashi enthaltenen Mikroorganismen fördern die Bildung von Humus und verbessern die Krümelstruktur des Bodens. Infolgedessen wird die Wasserspeicherung und Durchlüftung des Bodens deutlich verbessert.
Besonders wertvoll ist hierbei die Rolle der Pflanzenkohle: Die Biokohle im Terra Preta Bokashi verrottet nicht im Boden, sondern dient dem nachhaltigen Humusaufbau. Humusreiche Böden sind nicht nur ertragreicher, sondern speichern die Feuchtigkeit besser und wirken in hohem Masse Erosionen und Überschwemmungen entgegen.
Die Kombination von Pflanzenkohle, effektiven Mikroorganismen und organischem Material stellt eine optimal ergänzende Mischung dar, um langfristiges und gesundes Wachstum der Pflanzen sicherzustellen. Darüber hinaus leistet Terra Preta auch einen Beitrag zum Klimaschutz: Der darin enthaltene Kohlenstoff bleibt über Jahrhunderte im Boden gespeichert und gelangt nicht zurück in die Atmosphäre.
Wer Bokashi im grossen Stil anwendet, schafft damit einen echten Wendepunkt für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft – organische Abfälle werden effizient verwertet, Nährstoffe im Kreislauf gehalten und chemische Düngemittel reduziert.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Bei der Bokashi-Herstellung können trotz sorgfältiger Vorbereitung gelegentlich Probleme auftreten. Mit einigen einfachen Massnahmen lassen sich diese jedoch leicht vermeiden oder beheben.
Geruchsprobleme im Eimer
Ein optimal fermentierter Bokashi-Eimer sollte lediglich einen säuerlichen Geruch, ähnlich wie Sauerkraut oder Apfelessig, aufweisen. Falls hingegen ein fauliger Geruch entsteht, deutet dies auf Fehler im Fermentationsprozess hin. Häufige Ursachen sind:
- Zu viel Feuchtigkeit im Material
- Unzureichende Menge an EM-Mikroorganismen
- Mangelnder Luftabschluss
Um Geruchsprobleme zu vermeiden, sollte das Material gut zusammengedrückt werden, damit keine Luft eingeschlossen bleibt. Ausserdem empfiehlt es sich, den Inhalt mit einer Plastiktüte oder einem zweiten Sieb abzudecken und mit Steinen zu beschweren. Bei zu nassen Küchenabfällen ist es ratsam, diese vorher etwas trocknen zu lassen.
Falsche Lagerung oder Anwendung
Der Bokashi-Eimer sollte stets an einem schattigen Ort mit möglichst konstanter Temperatur aufbewahrt werden. Während des Winters kann der Fermentationsprozess durch Frost zum Erliegen kommen und setzt erst wieder ein, wenn es wärmer wird.
Für den Bokashi-Saft gilt: Entweder sofort verwenden oder luftdicht in Schraubgläsern lagern. Falls er nicht richtig gelagert wird, verliert er schnell an Qualität und kann nach 5-6 Monaten unbrauchbar werden.
Fehlende Fermentation erkennen
Folgende Warnzeichen deuten auf eine mangelhafte Fermentation hin:
- Grüner oder schwarzer Schimmel (im Gegensatz zu weissem Kahm-Hefe-Belag, der normal ist)
- Fauliger statt säuerlicher Geruch
- Ungebetene Gäste wie Fliegen oder Maden
- Auffällige Verfärbungen oder Flecken
Falls der Bokashi nicht richtig fermentiert, sollten Sie zunächst prüfen, ob der Eimer wirklich luftdicht verschlossen ist. Bereits fermentierte Teile können oft noch gerettet werden, indem sie mit gleichem Anteil Erde vermischt und vererdet werden.
Schlussfolgerung
Durch die Kombination von Bokashi und Terra Preta haben wir als Gärtner die Möglichkeit, einen geschlossenen Nährstoffkreislauf zu schaffen, der weit über herkömmliche Kompostierungsmethoden hinausgeht. Diese kraftvolle Verbindung nutzt die milchsaure Fermentation des Bokashi-Verfahrens zusammen mit der langfristigen Speicherfähigkeit der Pflanzenkohle. Dadurch entsteht ein Substrat, das nicht nur nährstoffreich ist, sondern auch die Bodenstruktur nachhaltig verbessert.
Besonders bemerkenswert bleibt die Vielseitigkeit dieses Systems. Ob im grossen Garten oder auf dem kleinen Balkon – jeder kann diese Methode an seine individuellen Bedürfnisse anpassen. Die Küchenabfälle, die sonst oft ungenutzt bleiben würden, verwandeln sich so in wertvollen Dünger für unsere Pflanzen.
Tatsächlich leisten wir mit jedem Bokashi-Eimer und jeder Anwendung von Terra Preta einen Beitrag zum Klimaschutz. Der im Boden gebundene Kohlenstoff bleibt dort für Jahrhunderte gespeichert, während gleichzeitig weniger Abfall entsorgt werden muss und der Bedarf an künstlichen Düngemitteln sinkt.
Sicherlich erfordert die Methode anfangs etwas Übung und Geduld. Allerdings zeigen die Ergebnisse deutlich: Der Aufwand lohnt sich. Pflanzen wachsen kräftiger, Böden werden gesünder und speichern mehr Wasser. Darüber hinaus entwickelt sich ein reiches Bodenleben, das die Grundlage für gesundes Pflanzenwachstum bildet.
Unbestreitbar ist, dass Terra Preta und Bokashi zusammen mehr sind als die Summe ihrer Teile. Sie verkörpern ein ganzheitliches Denken, das unseren Garten als Ökosystem betrachtet, in dem nichts verschwendet wird. Alles findet seinen Platz im Kreislauf des Lebens.
Fangen Sie noch heute mit Ihrem eigenen Bokashi-Eimer an. Schritt für Schritt werden Sie die Verwandlung Ihrer Küchenabfälle in schwarzes Gold erleben. Mit etwas Pflanzenkohle angereichert, schaffen Sie so Ihre eigene Terra Preta – ein Erbe fruchtbaren Bodens für die kommenden Generationen.
FAQs
Q1. Wie kann man Terra Preta mit Bokashi herstellen? Um Terra Preta mit Bokashi herzustellen, fügen Sie bei jeder Schicht Küchenabfälle im Bokashi-Eimer etwas Pflanzenkohle hinzu. Geben Sie am Ende effektive Mikroorganismen dazu und verschliessen Sie den Eimer luftdicht. Die Fermentation aktiviert die Pflanzenkohle und schafft so die Grundlage für Terra Preta.
Q2. Welche Vorteile bietet Terra Preta im Garten? Terra Preta ist besonders fruchtbar, da sie grosse Mengen Wasser und Nährstoffe speichern kann. Dies macht sie vor allem in trockenen Sommern vorteilhaft für den Garten. Die hohe Wasserspeicherkapazität und der Nährstoffreichtum fördern ein gesundes Pflanzenwachstum und verbessern die Bodenstruktur nachhaltig.
Q3. Gibt es Nachteile bei der Verwendung von Bokashi? Bokashi erfordert regelmässige Arbeit von der Herstellung bis zur Ausbringung. Es hat einen charakteristischen sauren Fermentationsgeruch. Nach der Reifung erhalten Sie fermentierte organische Masse, aber noch keine Erde. Diese muss erst durch Vererdung entstehen.
Q4. Welche Pflanzen vertragen Bokashi weniger gut? Die meisten Pflanzen profitieren von Bokashi, aber einige empfindliche Kräuter wie Basilikum und Petersilie reagieren weniger positiv darauf. Für die meisten Gartenpflanzen fördert Bokashi jedoch das Bodenleben und steigert die Bodenfruchtbarkeit erheblich.
Q5. Wie lange dauert der Bokashi-Prozess und wann kann man das Material verwenden? Der Fermentationsprozess im Bokashi-Eimer dauert etwa zwei bis drei Wochen. Danach muss das fermentierte Material noch vererdet werden, was je nach Jahreszeit weitere drei bis acht Wochen in Anspruch nehmen kann. Erst dann ist das Bokashi als Dünger für Pflanzen geeignet. Insgesamt sollte man also mit einer Gesamtdauer von ein bis zwei Monaten rechnen.

